ForschungForschungsprojekte
Melanomdickenbestimmung mittels Optoakustik und OCT

Melanomdickenbestimmung mittels Optoakustik und OCT

Jahr:  2013
Datum:  02-05-17
Förderung:  BMBF

Melanomdickenbestimmung mittels Optoakustik und OCT

Das maligne Melanom der Haut (schwarzer Hautkrebs) ist der gefährlichste Hautkrebstyp und eine der gefährlichsten Krebsarten überhaupt, da es bereits in einem beschwerdefreien Stadium und bei kleiner Tumorgröße metastasieren kann. Für Patienten im Stadium der Fernmetastasierung, d.h. bei Tochtertumoren in anderen Organen, liegen die 5-Jahres-Überlebensraten unter zehn Prozent und bisherige Therapieansätze können keine echte Heilung erzielen. In frühen Tumorstadien sind die Heilungschancen nach vollständiger Entfernung (Exzision) des Melanoms hingegen sehr gut. Das im Zuge der klinischen Diagnostik vermutete Stadium eines malignen Melanoms entscheidet darüber, wie viel gesundes Gewebe sicherheitshalber bei der Operation mit entfernt wird. Die Diagnose eines Melanoms kann erst mit Hilfe von entnommenem Gewebe stattfinden. Die Tumordicke bzw. Invasionstiefe ist ein maßgebliches Kriterium für das Tumorstadium und entscheidend für die weitere Behandlung und Prognose. Im Allgemeinen sind daher primäre Entwicklungsziele der Melanomdiagnose und –behandlung die Verbesserung der Tumorerkennung verbunden mit der Vermeidung unnötiger Operationen sowie eine zuverlässige präoperative Tumordickenabschätzung.

Im Rahmen dieses Vorhabens soll ein Verfahren zur präoperativen Bestimmung der Dicke von Melanom-verdächtigen Hautläsionen entwickelt und validiert werden. Da sonographische Methoden bisher keine zufriedenstellende Lösung bieten, ist dafür eine Kombination verschiedener optischer Verfahren notwendig. Das zu entwickelnde bildgebende System soll es Medizinern in Zukunft erstmalig ermöglichen, präoperativ die Tumordicke mit einer Genauigkeit von 15 μm bis 50 μm zuverlässig zu bestimmen, um die Entfernung gesunden Gewebes zu minimieren. Darüber hinaus soll das System spektroskopische und morphologische Informationen liefern, die präoperativ eine genauere Bestimmung des Tumorstadiums zulassen, insbesondere ob der Tumor auf die oberste Hautschicht, die Epidermis, begrenzt ist. Die zuverlässige und genaue Dickenbestimmung von Tumoren bis zu mehreren Millimetern Dicke ist derzeit präoperativ nicht möglich und würde gemeinsam mit den zusätzlichen diagnostischen Informationen eine signifikante Verbesserung darstellen.

Dieses VIP-Projekt legt durch die Entwicklung eines Demonstrators sowie durch die Charakterisierung des aus mehreren Methoden kombinierten Systems und die Validierung der Methode die technischen und methodischen Grundlagen für dieses Ziel. In einem nachfolgenden Entwicklungsprojekt soll das Konzept dann in Kooperation mit Partnern aus Wirtschaft und Medizin in ein marktfähiges Gerät umgesetzt werden.